Squalan, Jojoba, Argan: Welches Öl passt zu deiner Haut?

Gesichts- und Körperöle können die Haut beruhigen, schützen und ihr diesen gesunden Glow geben – aber nicht jedes Öl passt zu jedem Hauttyp. Hier erfährst du, wie sich Squalan, Jojoba und Argan unterscheiden, wofür sie besonders geeignet sind und wie du sie richtig in deine Routine einbaust.

Öle in der Hautpflege sind ein bisschen wie Jeans: Es gibt nicht „die eine“, die allen steht. Manche Öle ziehen sofort ein und fühlen sich fast unsichtbar an, andere sind reichhaltiger und bilden einen Schutzfilm. Und manchmal liegt das Problem gar nicht am Öl selbst, sondern daran, wie (und wann) du es verwendest.

Wenn du schon mal das Gefühl hattest, ein Öl macht deine Haut „fettig“, bringt aber nicht wirklich Feuchtigkeit – oder wenn du von Glow träumst, aber stattdessen Unreinheiten bekommst – dann lohnt sich ein genauer Blick auf die drei Klassiker in moderner Naturkosmetik: Squalan, Jojobaöl und Arganöl.

Warum Öle überhaupt sinnvoll sein können

Öle ersetzen keine Feuchtigkeit – sie sind eher die „Schutzschicht“ darüber. Während ein Serum oder eine leichte Creme Wasser in die Haut bringt, helfen Öle dabei, dass diese Feuchtigkeit nicht so schnell wieder verdunstet. Vor allem, wenn deine Haut schnell trocken wird, spannt oder auf Wetterwechsel empfindlich reagiert, können Öle ein echter Gamechanger sein.

Kurz gesagt:

  • Feuchtigkeit kommt über wässrige Produkte (Toner, Serum, Gel-Creme)
  • Öle helfen, diese Feuchtigkeit zu halten und die Hautbarriere zu unterstützen

Squalan: leicht, stabil, unkompliziert

Squalan ist kein klassisches „Küchenöl“, sondern ein sehr hautnahes Lipid. Es fühlt sich extrem leicht an, zieht schnell ein und passt deshalb auch zu Menschen, die Öle eigentlich nicht mögen.

Gut für dich, wenn …

  • du einen Glow willst, aber kein schweres Hautgefühl
  • deine Haut schnell irritiert oder empfindlich ist
  • du zu Mischhaut oder öliger Haut neigst und trotzdem Pflege brauchst

So fühlt es sich an: seidig, dünnflüssig, nicht klebrig.
Typischer Effekt: glattere Haut, weniger Spannungsgefühl, ruhigeres Hautbild.

Tipp: Squalan eignet sich super zum Mischen in eine Creme (1–2 Tropfen), wenn du deine Pflege etwas reichhaltiger machen willst, ohne sie „fettig“ wirken zu lassen.

Jojobaöl: das „Balance-Öl“

Jojobaöl ist streng genommen gar kein Öl, sondern ein Wachs. Genau das macht es so spannend: Es ähnelt dem natürlichen Schutzfilm der Haut und wirkt oft ausgleichend – gerade bei Haut, die mal trocken, mal ölig ist.

Gut für dich, wenn …

  • du Mischhaut hast und nicht ständig zwischen „zu fett“ und „zu trocken“ wechselst
  • du etwas suchst, das die Hautbarriere stärkt, ohne zu beschweren
  • du ein Öl möchtest, das auch als Bodycare oder für Haarspitzen funktioniert

So fühlt es sich an: etwas „griffiger“ als Squalan, aber trotzdem leicht.
Typischer Effekt: ausgeglicheneres Hautgefühl, weniger Trockenheitsstellen.

Tipp: Wenn du zu Unreinheiten neigst, nutze Jojobaöl lieber sparsam und am besten als letzten Schritt über einer leichten Feuchtigkeitspflege – nicht als alleinige Pflege.

Arganöl: reichhaltig, nährend, schützend

Arganöl ist der Klassiker für trockene Haut und alles, was sich rau, spröde oder „aus dem Gleichgewicht“ anfühlt. Es enthält viele pflegende Lipide und fühlt sich deutlich reichhaltiger an als Squalan oder Jojoba.

Gut für dich, wenn …

  • deine Haut trocken ist oder schnell spannt
  • du eine stärkere Barrierepflege brauchst (z. B. im Winter)
  • du reife Haut pflegen möchtest oder „mehr Komfort“ suchst

So fühlt es sich an: nährend, weich, etwas schwerer.
Typischer Effekt: mehr Geschmeidigkeit, weniger Rauheit, beruhigtes Hautgefühl.

Tipp: Arganöl ist ideal als Abendpflege – oder punktuell auf sehr trockenen Stellen (Wangen, Hals, Schienbeine, Ellbogen). Bei sehr öliger Haut kann es schnell zu viel sein.

Welche Wahl passt zu dir? (Quick Guide)

Wenn du dir nicht sicher bist, hilft diese einfache Orientierung:

  • Du willst ein Öl, das kaum spürbar ist: Squalan
  • Du suchst Balance und Vielseitigkeit: Jojobaöl
  • Du brauchst reichhaltige Pflege und Schutz: Arganöl

Häufige Fehler, die Öle „schlecht“ wirken lassen

Viele Öle bekommen einen schlechten Ruf, obwohl eigentlich die Anwendung das Problem ist. Drei Klassiker:

  • Öl statt Feuchtigkeit: Öl allein macht nicht „hydrated“, es versiegelt nur.
  • Zu viel Produkt: 2–4 Tropfen reichen meistens. Mehr bringt oft nur Glanz.
  • Falsche Reihenfolge: Öl kommt idealerweise am Ende – oder gemischt in die Creme.

Wenn du Öle liebst, aber sie dir zu schwer sind, probiere: erst Feuchtigkeit, dann ein bis zwei Tropfen Öl darüber. So bekommst du Pflege ohne Überfilm.

Das beste Öl ist das, das deine Haut wirklich mag

Squalan, Jojoba und Argan sind drei hervorragende Optionen – aber sie erfüllen unterschiedliche Jobs. Wenn du sie passend zu deiner Haut auswählst und richtig einsetzt, können sie genau das liefern, was sich viele wünschen: ein ruhiges Hautgefühl, weniger Trockenheit und dieser natürliche Glow, der nicht nach „Glitzer“ aussieht, sondern nach gesunder Haut.

INCI-Check: So erkennst du ein gutes Öl in Naturkosmetik

Wenn du ein Öl kaufst, entscheidet nicht nur der Rohstoff, sondern auch die Qualität der Formulierung. Mit einem kurzen Blick auf die INCI-Liste (Ingredients) kannst du oft schon erkennen, ob du ein „pures“ Öl in der Hand hast oder ein Produkt, das eher nach Duft als nach Pflege formuliert ist.

  • Je weiter vorne, desto mehr: Steht das Öl (z. B. Squalane, Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil oder Argania Spinosa Kernel Oil) weit oben, ist es in relevanter Menge enthalten.
  • Weniger ist oft mehr: Bei reinen Ölen ist die Liste kurz. Das ist kein Nachteil, sondern häufig ein Qualitätsmerkmal.
  • Duftstoffe erkennen: Wenn du empfindlich reagierst, achte auf Parfum/Fragrance oder deklarationspflichtige Duftstoffe wie Limonene, Linalool, Citral, Geraniol, Eugenol. Sie sind nicht grundsätzlich „schlecht“, können aber sensible Haut schneller reizen.
  • Antioxidantien sind ein Plus: Tocopherol (Vitamin E) wird oft zugesetzt und hilft, Öle zu stabilisieren. Das ist sinnvoll, besonders bei empfindlichen Pflanzenölen.
  • Vorsicht bei „Öl“ plus sehr vielen Zusätzen: Lange INCI-Listen können toll sein – oder unnötig komplex. Wenn deine Haut schnell reagiert, sind einfache Formulierungen meist die bessere Wahl.

Quick-Check: Reines Squalan besteht oft nur aus Squalane. Reines Jojobaöl findest du als Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Arganöl als Argania Spinosa Kernel Oil. Tauchen diese Öle in einem „Öl“-Produkt erst ganz hinten auf, ist der Pflegeanteil häufig geringer als erwartet.